Materialkunde
Beim Einsetzen und Pflegen von Piercings gibt es einiges zu beachten, damit ein optimales und gesundes Ergebnis erreicht wird. Wir haben die wichtigsten Informationen für Dich ganz kompakt zusammengestellt. Wenn Du noch weitere Fragen zu den Piercings von Adrenalin hast, komm einfach im Studio in Friedberg vorbei oder ruf bei uns an – wir beraten Dich gerne persönlich!
Titan:
Titan ist ein Metall, welches erfolgreich in der heutigen Medizin angewendet wird. Es ist für den Ersteinsatz bei Piercings hervorragend geeignet. Titanschmuck ist angenehm zu tragen, da er sehr leicht sowie nickelfrei ist, keine allergischen Reaktionen auslöst und eine glatte Oberfläche hat.
Chirurgenstahl:
Aufgrund seiner schönen hellen Färbung sowie seiner Rostfreiheit wird Chirurgenstahl gerne zu Piercingschmuck verarbeitet. Für den Ersteinsatz ist dieses Metall nicht geeignet, da ein gewisser Anteil an Nickel enthalten ist, welcher zu allergischen Reaktionen führen kann. Chirurgenstahl ist fast doppelt so schwer wie Titan. Dies kann dazu führen, dass ein nicht vollständig abgeheiltes Piercing durch das Gewicht herauswächst.
PTFE (Polytetrafluoroethylene):
Dieser Kunststoff ist anti-allergen und für den Ersteinsatz geeignet. PTFE ist ein sehr leichtes Material, welches sehr elastisch ist, sich dem Körper individuell anpasst und daher angenehm zu tragen ist. Zusätzlicher Vorteil dieses Materials ist, dass es sich leicht kürzen lässt und man die ideale Länge jederzeit ausarbeiten kann.
Pflegehinweise für Dein neues Piercing
Das Wichtigste bei einem neuen Piercing sind Hygiene und die richtige Pflege. Durch den eingesetzten Schmuck ist die offene Hautstelle ein Angriffspunkt für Bakterien und Viren. Dieses Risiko besteht so lange, bis der Stichkanal vollständig verheilt ist. Aus diesem Grund müssen die folgenden Hinweise auf jeden Fall befolgt werden:
- keine unnötige Berührung oder Bewegung des frischen Piercings
- keine Berührung mit ungewaschenen Fingern !!
- keine Berührung mit fremden Körperflüssigkeiten (Speichel, Sperma, Schweiß)
- Niemals den Schmuck bewegen, ohne Verkrustungen oder sonstige Ablagerungen vorher zu entfernen – Wundränder können einreissen!
- Mindestens eine Woche nach dem Stechen keine blutverdünnenden Medikamente (zum Beispiel Acetylsalicylsäure in Form von Aspirin und ähnlichem) einnehmen
- Unnötigen Druck und Reibung (durch Kleidung, Gürtel und ähnliches) an der gepiercten Stelle unbedingt vermeiden
- Sauna, Schwimmbad, Solarium sowie Wannenbäder unbedingt für etwa zwei Wochen vermeiden
- Das noch nicht verheilte Piercing darf nicht mit Seife, Duschgel oder ähnlichen Produkten in Berührung kommen
Haut- und Knorpelpiercings
Das frische Piercing sollte zweimal, bei starker Verkrustung dreimal täglich gereinigt und desinfiziert werden. Dazu werden zunächst die Hände gründlich gewaschen (am besten mit Arztseife aus der Apotheke) oder mit Desinfektionsmittel keimfrei gemacht (auch in der Apotheke erhältlich. Danach sollte das Piercing mit lauwarmem Wasser oder Wasserstoffperoxyd leicht eingeweicht werden, damit Verkrustungen oder sonstige Ablagerungen mit einem Wattestäbchen entfernt werden können. Danach wird etwas Desinfektionsmittel auf beide Einstichstellen aufgetragen und der Schmuck mehrmals in beide Richtungen gedreht. Anschließend sollte die Stelle mit einem sterilen Papiertuch trocken getupft werden.
Zungenpiercing
- Eine Woche nicht rauchen!
- Keine Oralkontakte (Küssen eingeschlossen)
- Milchprodukte, Hefe- und Laugengebäck, Früchte, Fruchtsäfte, scharfe, saure sowie zu heiße Speisen sollten vermieden werden
Zungenpiercings müssen besonders aufmerksam gepflegt werden. Gegen die Schwellung der Zunge können je nach Bedarf Eiswürfel gelutscht werden. Für besonders lindernden und entzündungshemmenden Effekt können die Eiswürfel auch aus Kamillentee zubereitet werden. Mehrmals täglich sollte mit einer Kamillenlösung oder einem antiseptischen Mundwasser der Mund gespült werden. Gegen eventuell auftretende Schmerzen gibt es in der Apotheke Lutschtabletten, die schmerzlindernd, desinfizierend und abschwellend wirken.
Intimpiercing
Bis zur endgültigen Verheilung keinen Sex – Oralsex eingeschlossen – praktizieren. Auch hier gilt: Keine Berührung mit ungereinigten Händen! Speziell bei Piercings im Intimbereich ist Sauberkeit ein absolutes Muss. Die Pflege gestaltet sich ähnlich wie beim „normalen“ Piercing, nur mit dem Unterschied, dass Schleimhäute etwas empfindlicher auf Desinfektionsmittel reagieren. Als Alternative hat sich das Anwenden von Eigenurin sehr bewährt. Wer das nicht versuchen kann oder will, sollte sich in jedem Fall nach schonenden Desinfektionsmöglichkeiten umsehen. Ansonsten sind bei Reinigung und Desinfektion des Intimpiercings dieselben Regeln und Handgriffe anzuwenden wie zuvor beschrieben.
Und was noch?
Was wir unter „Verheilen“ kennen, wird in der Medizin „Epithelisierung“ genannt. Hierunter versteht man nichts anderes als Hautwachstum. Durch den Stichkanal wächst neue Haut von außen nach innen, und zwar ungefähr ein Millimeter in fünf Tagen. Solange dieser Vorgang nicht abgeschlossen ist, sollte der Erstschmuck nicht entfernt werden. Der Stichkanal kann sich sonst innerhalb weniger Stunden wieder schließen, und das Wiedereinsetzen des Schmucks wird ohne neues Stechen unmöglich.
Ist das Piercing vollständig verheilt, braucht es trotzdem noch regelmäßige Pflege. Im Stichkanal sammeln sich mit der Zeit abgestorbene Hautzellen, Schmutz, Talg und ähnliches. Durch deren Zersetzungsprozess kann sich auch ein bereits verheiltes Piercing noch entzünden. Aus diesem Grund sollte das Piercing gelegentlich mit klarem Wasser gespült werden. Sollte sich das Piercing tatsächlich entzünden, bitte den Schmuck auf keinen Fall entfernen! Der Entzündungsherd kann sich sonst verkapseln und Eiter fließt nicht mehr ab. In einem solchen Fall sollte man sich sofort an den Piercer oder einen Arzt wenden, der mit Piercings Erfahrung hat.
In diesem Sinne wünschen wir Dir viel Freude mit Deinem neuen Piercing.